

Die Sozialistische Republik Vietnam (bis 1975 Demokratische Republik Vietnam) wurde, nach der vom späteren Präsidenten Ho Chi Minh angeführten Revolution, am 02. September 1945 zum unabhängige Staat ausgerufen. Die mit Abstand beiden bedeutendsten Städte sind die Hauptstadt Ha Noi und die Hafenstadt – Ho-Chi-Minh-Stadt (das ehemalige Saigon). Mit über als 80 Millionen Einwohnern und einem Wirtschaftswachstum von durchschnittlich sieben Prozent in den letzten zehn Jahren entwickelte sich Vietnam schnell zu einem der führenden politischen und wirtschaftlichen Akteure in Südostasien.
Vietnams Wirtschaft zählt zu den stark wachsenden Volkswirtschaften der Region. Dabei schreitet die Entwicklung in den urbanen Zentren deutlich schneller voran als in den abgelegenen, ländlichen Regionen, in welchen noch Agrarstrukturen dominieren. Das Wachstum des BSP betrug im Jahr 2005 rund 8,4 %. Vietnam ist Ölexporteur, etwa 20 % seiner Exporte sind Rohöl. Unter den landwirtschaftlichen Produkten sind Reis und Kaffee die wichtigsten Exportprodukte. Vietnam ist heute der weltweit zweitgrößte Reisexporteur. Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für das Gesundheitswesen bei 4 % und für das Bildungswesen bei 14 %. Schon heute zeichnen sich erhebliche sozioökonomische Disparitäten in Vietnam ab, die zu weiteren Spannungen in der Gesellschaft führen dürften. Wirtschaftliche Zentren ziehen weitere Wirtschaftskraft an, während andere Gebiete Armutszonen bleiben. Mit solchen wirtschaftlichen Entwicklungen gehen soziale Disparitäten Hand in Hand: Während in ländlichen Regionen noch immer 35 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, sind es im Landesdurchschnitt nur noch 24 %.
Der für die nächsten Jahre absehbare Wandel in Vietnam birgt eine Reihe von Herausforderungen: Strukturwandel verstärkt die gesellschaftliche Ungleichheit, führt zu Arbeitskräftewanderungen, verstärkt die regionale Ungleichheit und erhöht den sozialen Sicherheit bedarf. Mit dem Übergang zur marktwirtschaftlichen Produktionsweise muss auch das gesamte Netz der sozialen Sicherung neu konzipiert werden. Vor allem im Bereich der sozialen Sicherung von Unterbeschäftigten und Arbeitslosen entsteht ein großer Nachholbedarf. Probleme sind aber auch im Bereich der Krankenversicherung und Alterversorgung. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung hat Zugang zu beitragsgebundenen, formalen sozialen Sicherungssystemen. Diese erreichen primär Staatsbedienstete und Kriegsveteranen und arbeiten zudem nicht kostendeckend. Informelle Formen der Absicherung, vor allem familiäre Bindungen, bilden daher in Notlagen nach wie vor die wichtigsten Auffangnetze für den überwiegenden Teil der Bevölkerung.
Die Vietnam Social Security (VSS) wurde im Februar 1995 gegründet. Die Zentrale ist in Hanoi; das Netz von Filialen und Einrichtungen der VSS in den einzelnen Provinzen reicht bis auf Kreis- und Kommunalebene hinunter. Bis Ende 2002 war die VSS ausschließlich für Alter (Rente), Arbeitsunfähigkeit/Invalidität und Mutterschaft zuständig, dann wurde sie mit der Krankenversicherung Vietnam Health Insurance (VHI) zu einer Einheitsversicherung fusioniert; sie hat jetzt etwa 15 000 Beschäftigte.Über das Gesundheitsministerium ist die VSS in ein großangelegtes Projekt zur Einführung einer Krankenversicherungskarte für Arme („Social Health Insurance“) eingebunden, das von zahlreichen bi- und multilateralen Organisationen wie der Weltbank, der Weltgesundheitsorganisation, der asiatischen Entwicklungsbank, der EU und seit kurzem auch von der GTZ unterstützt wird. Die vietnamesische Regierung hat das ambitionierte Ziel, bis zum Jahr 2010 eine flächendeckende Krankenversicherung einzuführen. Zudem will sie das Netz der sozialen Sicherung auf andere Risikobereiche wie Arbeitslosigkeit ausdehnen und bisher ungeschützte Bevölkerungsgruppen wie zum Beispiel Selbständige und Bauern integrieren
Die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Vietnam und der Bundesrepublik Deutschland war eine Folge der engen und fruchtbaren Verbindungen, die zuvor zwischen Vietnam und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bestanden hatten. Einige Programme der ehemaligen DDR wurden in der Kooperation zwischen dem modernen Deutschland und Vietnam weitergeführt, andere Projekte wurden neu konzipiert, um den Entwicklungserfordernissen Vietnams und den Interessen beider Partnerländer Rechnung zu tragen.
Sozialistische Republik Vietnam
Hanoi (3,5 Millionen)
Einparteiensystem
81,6 Millionen (diverse ethnische Gruppen, die sich in drei große aufteilen lassen: 90 % christliche Tieflandbewohner, 5% muslimische Tieflandbewohner, ca. 5 % animistische Hochlandbewohner. Bevölkerungswachstum 2% (2005))
Buddhisten (circa 70%), Katholiken (circa 8%), rund 1,2% Protestanten, diverse synkretistische Religionen
circa 637 US-Dollar