

Die etwa 300.000 km² große, im südchinesischen Meer gelegene und aus mehr als 7.000 Inseln bestehende Republik der Philippinen ist das einzige mehrheitlich christliche Land Asiens. Benannt nach dem spanischen König Philipp II. erlangten die Philippinen nach etwa dreihundertjähriger Zugehörigkeit zum spanischen Kolonialreich und anschließender fast fünfzigjähriger amerikanischer Herrschaft im Jahr 1946 ihre Unabhängigkeit. Seit 1987 sind die Philippinen eine Präsidialrepublik mit einem Zweikammerparlament, in dem das Repräsentantenhaus über 212 Mitglieder und der Senat über 24 Mitglieder verfügt. Das Land beherbergt eines der artenreichsten Öko-Systeme der Welt, das inzwischen jedoch aufgrund von starkem Bevölkerungswachstum und kaum gebremstem Raubbau an den natürlichen Ressourcen zunehmend bedroht ist.
Die Philippinen gelten als ein Niedrig- bis Mitteleinkommensland mit einem jährlichen Bruttonationaleinkommen von 108,334 Milliarden Dollar (2005), das seit einer seit einigen Jahren verfolgten diversifizierenden Wirtschaftspolitik zum großen Teil im Industrie- und tertiären Dienstleistungssektor erwirtschaftet wird. Obwohl rund 40% der Bevölkerung hauptsächlich von der Landwirtschaft lebt, beträgt der Anteil des Agrarsektors am BIP lediglich 14%. Die Gründe hierfür sind in der geringen Produktivität, sich verändernden klimatischen Bedingungen sowie einer schlechten Infrastruktur zu suchen, die auch Gründe für die verbreitete Armut vor allem in den ländlichen und muslimischen Gebieten sind. Landesweit müssen fast 15 % der Bevölkerung mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen und 19 % gelten als unterernährt. Ein großes Problem sind die Disparitäten in der Bevölkerung: Das wirtschaftliche und politische System wird von einzelnen einflussreichen Familien geprägt und die Kluft zwischen der kleinen Zahl von Reichen und der Mehrheit der teilweise sehr armen Bevölkerung ist groß. Die weit verbreitete Korruption und Vetternwirtschaft hindert zudem Investoren daran, sich stärker zu engagieren.
Innenpolitisch kommt es immer wieder gewalttätig ausgetragenen Konflikten zwischen der Armee und separatistischen Gruppen, die seit mehr als 30 Jahren für einen unabhängigen muslimischen Staat kämpfen. Die Kämpfe haben in den letzten Jahren schon Tausende das Leben gekostet und drohen trotz Friedensabschlüssen derzeit wieder zu eskalieren. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt hier seit einigen Jahren die Suche nach friedlichen Lösungen. Andere entwicklungspolitische Schwerpunkte sind nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Umweltpolitik, Ressourcenschutz und Abwasser- und Abfallentsorgung und Gesundheit, in dem vor allem die Ausweitung der nationalen Krankenversicherung im Vordergrund steht.
Das philippinische Kranken- und Sozialversicherungssystem ist mit einer mehr als fünfzigjährigen Vergangenheit eines der ältesten in Niedrig- bis Mitteleinkommensländern. 1954 wurden erstmals mehrere Sozialversicherungsgesetze verfasst, die Risiken wie Alter, Behinderung und Verwitwung und Krankheit regelten, seit 1974 und 1977 auch Arbeitsunfälle und Mutterschaft. Im Gesundheitssektor wurde 1969 eine soziale Krankenversicherung eingeführt, die einerseits Beschäftigte im formellen Sektor sowie andererseits Kleinstarbeiter, Farmer und insbesondere die ärmsten Bevölkerungsschichten ohne formelle Arbeitsverhältnisse absichern sollte. Mit dem "Local Governement Code" von 1991 wurde der Dezentralisierungsprozess vorangetrieben und erhielten intermediäre und lokale Regierungsstrukturen die Verantwortung für die Bereitstellung von Gesundheitsleistungen. Seit 1973 hat die staatliche Institution PhilHealth den Auftrag, das nationale Krankenversicherungsprogramm NHIP zu entwickeln und zu verwalten. Derzeit sind ca. 70% Prozent der Bevölkerung in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, wovon 65% formell Beschäftigte sind (43% privat angestellt und 22% im öffentlichen Sektor angestellt). Interessant ist die Absicht der Regierung, durch ein Subventionsprogramm, kofinanziert durch die Zentralregierung und lokale Regierungsstrukturen, auch die Ärmsten zu versichern. Trotz dieser Bemühungen haben immer noch nur etwa 50 Prozent der Bevölkerung Zugang zur Gesundheitsversorgung und deckt PhilHealth nur 9% der staatlichen und privaten Ausgaben im Gesundheitssektor ab. Die Hauptausgaben leisten mit 42% durch Out-Of-Pocket-Payments immer noch die Verbraucher selbst.
Ehrgeiziges Ziel der philippinischen Regierung ist es, bis 2010 die ganze Bevölkerung abzudecken. Dafür hat die Regierung 2008 eine beträchtliche Erhöhung des Gesundheitsbudgets angekündigt und auch PhilHealth erwartet größere Einnahmen, so dass zusammen mit den Beiträgen internationaler Partner (vor allem WB, EU und ADB) günstige Bedingungen für die Umsetzung des Reformprogramms bestehen.
Republik der Philippinen (Republic of the Philippines)
Südostasien, zweitgrößter Inselstaat der Welt (nach Indonesien)
Manila (circa 12 Millionen Einwohner)
Präsidialsystem
81,6 Millionen (diverse ethnische Gruppen, die sich in drei große aufteilen lassen: 90 % christliche Tieflandbewohner, 5% muslimische Tieflandbewohner, ca. 5 % animistische Hochlandbewohner, Bevölkerungswachstum 2% (2005))
Katholiken (ca. 82%), Protestanten (ca. 8%), Moslems (ca. 5%), Animisten (ca. 5%)
Filipino (Amtssprache*) 55 %, Tagalog 28 %, Cebuano 24 %, Ilocano 10 %, Hiligaynon 9 %, Bicol 6 %
ca. 1170 US-Dollar