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Dialogforen mit Ankerländern

Governing Emerging Megacities

Governing Emerging Megacities
Challenges and Perspecitves

Bangkok

Am 7. und 8. Dezember veranstaltet InWEnt in Kooperation mit der Stadt Frankfurt am Main den Internationalen Politikdialog "Governing Emerging Megacities: Challenges and Perspectives". Dort werden Vertreter von Megastädten aus Indien (Mumbai und Pune) und China (Shanghai und Beijing) gemeinsam mit deutschen und internationalen Experten zu einem Erfahrungsaustausch hinsichtlich der Entwicklung von Megastädten zusammenkommen.

Es sprechen unter anderem Frannie Léautier, Vizepräsidentin des Weltbank-Instituts zum Thema „Cities in a Globalizing World“, Paul Taylor von UN-Habitat, Prof. Albert Speer, Architekt und Stadtplaner in Frankfurt/Main und Prof. Zheng Shiling, Kurator der EXPO 2010 in Shanghai. Sheela Patel, Direktorin der indischen NGO SPARC, wird die Lage von Slumbewohnern schildern.

Weiterhin werden im Rahmen eines Bürgermeisterforums u.a. Johny Joseph, Municipal Commissioner von Mumbai, Fauzi Bowo, Vize-Gouverneur von Jakarta, Berhanu Deressa, Bürgermeister von Addis-Abeba sowie Wang Changyuan, stellvertretender Generalsekretär der Chinesischen Bürgermeister-Vereinigung, Fragen der städtischen Regierungsführung und Entwicklung im Hinblick auf soziale Kohäsion erörtern.

Die Teilnehmer werden sich allgemein mit den Herausforderungen der Regierbarkeit von Megastädten auseinandersetzen. Zu weiteren Themen, die von den Teilnehmern diskutiert werden, gehört die Bedeutung der Versorgung mit Wasser, Gesundheitsdienstleistungen und Wohnraum sowie die Anforderungen an die Bereiche Energie, Transport und Umwelt angesichts des schnellen Wachstums urbaner Räume. Weiterhin wird der mögliche Beitrag des Privatsektors zur Sicherstellung der Versorgung mit öffentlichen Dienstleistungen betrachtet.

Die Bedeutung von Megastädten

Megastädte gewinnen weltweit aufgrund ihrer zunehmenden Zahl und steigenden Größe an Bedeutung. Da sich in ihnen eine Vielzahl von politischen, ökonomischen, sozialen und ökologischen Vorgängen akkumuliert, verfügen sie im Globalisierungsprozess über zunehmenden Einfluss. Dies wird zum Beispiel daran deutlich, dass die Megastadt Mumbai mehr als ein Drittel der gesamten indischen Steuereinnahmen generiert, und der CO2-Ausstoß der Megastadt Beijing pro Kopf und Jahr zweieinhalbmal so hoch ist wie der des Staates Belgien.

Weiterhin bestehen innerhalb von Megastädten enorme Disparitäten hinsichtlich des Existenzniveaus der Einwohner. Ein Teil der Stadtbevölkerung verfügt über einen ausgesprochen hohen Lebensstandard, der ihnen mehr Komfort und Lebensqualität bietet als jemals zuvor. Andererseits bleibt ein beträchtlicher Teil der Stadtbevölkerung von dieser Entwicklung ausgeschlossen und lebt in ausgedehnten Slumgebieten, wo kein oder nur ein sehr begrenzter Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen existiert. Somit gilt es bei der Entwicklung von Megastädten Lösungen zu finden, die zum Abbau dieser Gegensätze und damit zur sozialen Kohäsion beitragen.

Dr. Günther Taube, Leiter des Bereichs Internationale Regelwerke / Gute Regierungsführung / Wirtschaftspolitik: „Die Regierbarkeit der Groß- und Megastädte stellt eine der Schlüsselherausforderungen des neuen Jahrtausends dar. Nur durch verantwortungsvolles Handeln und Einbindung aller Bevölkerungsgruppen können soziale und ökologische Katastrophen mit globalen Folgen vermieden werden.“

Hintergrund

Die InWEnt-Konferenz bereitet eine Dialog-Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit politisch und wirtschaftlich wichtigen Entwicklungsländern vor. Eine Intensivierung des Meinungsaustauschs zu gemeinsamen globalen Herausforderungen soll den Weg für gemeinsame Problemsichten und Lösungsansätze bereiten.

Insbesondere gilt es die Chancen zu beachten, die sich speziell den im Entstehen begriffenen Megastädten bieten. Vor allem hier gibt es noch Gelegenheit für innovative und nachhaltige Lösungen, um im Sinne guter Stadtregierung fördernd zu steuern. Auch in Megastädten hängt die Lebensqualität der Menschen entscheidend davon ab, bezahlbaren Wohnraum zu haben, sowie Zugang zu Trinkwasser und Energie, Bildung und Gesundheitsdienstleistungen zu erlangen. Manche der diskutierten Probleme sind weit von der Lebensrealität deutscher Städte entfernt, andere Themen wie Fragen der Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen in Zeiten sinkender Steuereinnahmen klingen sehr vertraut.

Der Internationale Dialog wird Praktikern aus Politik, Wirtschaft sowie Wissenschaft und Forschung Gelegenheit bieten, sich über bewährte und neue Lösungen auszutauschen. Hierbei sind durch die verschiedenen Erfahrungshintergründe der Fachleute aus Indien und China interessante Anregungen zu erwarten, die sich mittelfristig in gemeinsame Forschungs- und Trainingsprojekte umsetzen lassen.

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